Lebensader Oberrhein


Neue Infotafeln für Besucher der Saalbachniederung

Hans-Otto Gässler (NABU Kreisvorsitzender), Dr. Katrin Fritzsch (Projekt Lebensader Oberrhein), Franz Debatin, Manfred Debatin (NABU Hambrücken) bei der Einweihung der neuen Tafeln.

Im Jahr 2004 enthüllte Willi Stächele, damals Baden-Württembergs Minister für Ernährung und Ländlicher Raum, in der Saalbachniederung zwei Infotafeln. Jeweils am Heuweg und vor dem Feuchtgebiet am Saalbach wurde seither auf den Tafeln die große Bedeutung der weiträumigen Wiesenlandschaft für den Naturschutz erläutert und auf das Engagement des NABU hingewiesen. Vor kurzem wurden an gleicher Stelle neue Tafeln angebracht. „Willkommen im Hotspot der biologischen Vielfalt“. So werden Spaziergänger und Radfahrer jetzt begrüßt, welche sich an den Tafeln über das Projekt Lebensader Oberrhein informieren. Beim Austausch der Tafeln waren Dr. Katrin Fritzsch als Projektleiterin Baden-Württemberg und Hans-Otto Gässler als Vorsitzender des NABU Kreisverbandes Karlsruhe zugegen. Deutschlandweit gibt es 30 „Hotspots der biologischen Vielfalt“, Regionen mit einem besonderen Reichtum charakteristischer Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten. Mitten in einer dieser Regionen befindet sich der Hotspot „Nördliche Oberrheinebene mit Hardplatten“, wozu auch die Saalbachniederung gehört. Dort wurde im Dezember 2016 auf Flächen des NABU eine große Maßnahme zur Erweiterung der Flachgewässer umgesetzt.
Hintergrund : Projekt „Lebensader Oberrhein-Naturvielfalt von nass bis trocken“:

Infotafel am Eingang zu den Saalbachwiesen.

Das Projekt „Lebensader Oberrhein-Naturvielfalt von nass bis trocken“ wurde im Oktober 2013 gestartet und läuft bis September 2019. Drei Bundesländer (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen) haben Anteil am Projektgebiet im Biodiversitäts-„Hotspot“ am nördlichen Oberrhein. Zur Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen haben sich die NABU-Landesverbände Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zusammengeschlossen. Das Projektvolumen beträgt insgesamt rund fünf Millionen Euro. Das Projekt wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert. Die Ausgaben werden zu 75 Prozent vom BUMB über das „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ und zu 15 Prozent von den Umweltministerien in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg getragen. Zehn Prozent der Kosten übernimmt der NABU selbst.
Weitere Informationen: www.lebensader-oberrhein.de


NABU stellt Touren im Biodiversitäts-Hotspot Oberrhein vor

LOGO_L-O_ohne-RahmenDer NABU stellt ab sofort im Rahmen des großen Naturschutzprojekts „Lebensader Oberrhein“ ausgewählte Tourentipps online bereit, mit denen man die Natur der Oberrhein-Region ganz neu entdecken kann. Das Besondere: Die detaillierten Wegbeschreibungen sind angereichert mit viel Wissenswertem rund um die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Entstehungsgeschichte der unterschiedlichen Lebensräume, durch die die Touren führen. „Ich bin sicher, dass man so sogar altbekannte Wege mit neuem Blick erleben kann“, sagte NABU-Projektleiterin Katrin Fritzsch im Rahmen der offiziellen Vorstellung im Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört.

Alle Touren stammen von echten Kennerinnen und Kennern der Region. „Wir freuen uns, dass wir auch eine ganze Reihe prominenter Naturfreundinnen und -freunde dafür gewinnen konnten, uns ihre Touren-Tipps zu verraten“, erzählt Fritzsch. Zu den prominenten Tour-Patinnen und -Paten gehören Karlsruhes Zoo-Direktor Matthias Reinschmidt, Schauspielerin Ursula Cantieni, Operntenor Niclas Oettermann, TV-Größe Frank Elstner und Radio-Mann Sascha Zeus.

Sie alle sind in der Region zuhause, die das Bundesamt für Naturschutz zu einem der bundesweit 30 „Hotspots“ der biologischen Vielfalt in Deutschland zählt. „Die Oberrhein-Region zwischen Bühl und Bingen birgt eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume, in denen viele, zum Teil sehr seltene Tier- und Pflanzenarten zuhause sind“, berichtet Fritzsch. „Auwald, Sumpf oder Sandlebensräume mit ihren typischen Tier- und Pflanzenarten laden also geradezu dazu ein, neu entdeckt zu werden.“

Zum Start sind bereits gut 20 Touren im gesamten Projektgebiet online, 18 davon in Baden-Württemberg und drei in Rheinland-Pfalz. Fast alle Touren sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbare Rundstrecken. Das Angebot ist vielfältig, es reicht vom informativen Spaziergang durch die Aue bis zur abwechslungsreichen 12-Kilometer-Strecke durch ganz unterschiedliche Lebensräume. Neben 17 Wanderungen stehen derzeit auch drei Radtouren und eine Kanutour zur Auswahl.

Auch die Saalbachniederung – das Naturschutzprojekt des NABU Hambrücken – ist unter den Touren vertreten.

Alle Touren-Tipps gibt es unter: www.lebensader-oberrhein.de/touren

Die Tour der Saalbachniederung finden Sie unter folgendem Link: Saalbachniederung

Touren im Überblick:

  • Erlebnispfad Jungaue – Kleiner Rundweg
  • Kanutour durch die Rastatter Rheinaue, Tippgeber: Walter Burster
  • Lennebergwald
  • Mainzer Sand – Kleiner Rundweg
  • Nasse Niederungen und trockene Kiesrücken im NSG Bruchgraben bei Baden-Baden/Sandweier, Tippgeber: Niclas Oettermann (Opernsänger)
  • Radtour auf dem deutsch-französischen Radwanderweg „Rheinauen“, Tippgeber: Rainer Deible (Naturfotograf)
  • Radtour durch das Bruch bei Bühl und Baden-Baden und den Waldhägenich, Tippgeber: Matthias Reinschmidt (Direktor des Zoos Karlsruhe)
  • Radtour im Polderbereich Rheinmünster/Greffern, Tippgeber: Sascha Zeus (Radiomoderator und Comedian)
  • Rundweg auf der Altrheininsel Rappenwört, Tippgeber: Andreas Wolf (Geschäftsführer Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört)
  • Rundweg durch den Rheinwald bei Lichtenau (Baden) auf dem Walderlebnispfad, Tippgeber: Thomas Hörnle (NABU Bühl-Achern)
  • Rundweg durch die Hardt zwischen Walldorf und Sandhausen, Tippgeberin: Katrin Fritzsch (Projektleiterin „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken in Baden-Württemberg)
  • Rundweg in der Saalbachniederung, Tippgeber: Henrik Sperling und Franz Debatin (NABU Hambrücken)
  • Wandertour als Rundweg durch die Südliche Schwetzinger Hardt, Tippgeber: Gunter Glasbrenner
  • Wanderung Büchenauer Hardt und Michaelsberg bei Bruchsal, Tippgeber: Andre Baumann (Landesvorsitzender NABU Baden-Württemberg)
  • Wanderung durch Aue und Ried zwischen Wintersdorf und Ottersdorf, Tippgeberin: Ursula Cantieni (Schauspielerin)
  • Wanderung durch das „Naturschutzgebiet Hirschacker und Dossenwald“, Tippgeber: Armin Jendrysik
  • Wanderung durch den Ötigheimer Wald, Tippgeber: Frank Elstner (TV-Größe)
  • Wanderung durch die Rastatter Rheinaue Wintersdorf, Tippgeber: Martin Klatt (NABU Baden-Württemberg)
  • Wanderung Sandglöckchen-Rundweg bei Sandweier und Iffezheim, Tippgeberin: Marianne Leis-Messer (NABU Baden-Baden/Sinzheim)
  • Wanderung Schloss Stutensee und Lochenwald, Tippgeber: Jochen Lehmann (Leiter der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Karlsruhe)
  • Wanderung vom Karlsruher Hauptbahnhof in die Aue, Tippgeber: Thomas Breunig (Leiter des Instituts für Botanik und Landschaftskunde Karlsruhe)

 

Hintergrund: Projektstruktur „Lebensader Oberrhein – von nass bis trocken“

Drei Bundesländer (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen) haben Anteil am Projektgebiet. Zur Umsetzung der Naturschutzmaßnahmen haben sich die NABU-Landesverbände Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zusammengeschlossen. Das Projektvolumen beträgt insgesamt rund fünf Millionen Euro. Die Kosten werden zu 75 Prozent vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit über das „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ und zu 15 Prozent vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg sowie den Umweltministerien in Rheinland-Pfalz und Hessen getragen. Zehn Prozent der Kosten übernimmt der NABU selbst. Weitere Informationen: www.lebensader-oberrhein.de

 

Video-Clip – „Lebensader Oberrhein“ in 90 Sekunden:

www.lebensader-oberrhein.de/lebensader-oberrhein-derfilm.html


Seltene Gäste in der Saalbachniederung – Kraniche rasten auf NABU-Flächen

Kraniche haben in den letzten Wochen die Saalbachniederung für sich entdeckt. Kleine Trupps mit jeweils 35 bis 50 Tieren haben den Schutz der NABU-Flachgewässer sogar genutzt, um dort zu übernachten. Die letzten sind gerade erst wieder weiter gezogen. „Kraniche sieht man zwar mittlerweile häufiger in hiesigen Gefilden“, sagt Franz Debatin vom NABU Hambrücken. „Eine kleine Sensation ist aber, dass die imposanten Vögel hier nicht nur eine Rast eingelegt, sondern gleich die Nacht verbracht haben.“

Beim NABU geht man davon aus, dass die Saalbachniederung für die Kraniche aus zwei Gründen attraktiv ist: Die offene, unzersiedelte Wiesenlandschaft gewährt ihnen einen guten Überblick. Fressfeinde, aber auch Spaziergänger oder Reiter, durch die die sehr scheuen Tiere gestört würden, können schon von weitem ausgemacht werden. Zudem bietet ihnen die wechselfeuchte Überflutungszone am Saalbach einen sehr gut geeigneten Schlafplatz. „Diese Überflutungszone entstand durch eine Ausgleichsmaßnahme der Stadt Bruchsal auf Flächen des NABU“, erzählt Franz Debatin. „Es freut uns natürlich sehr, dass die Vögel auf ihrem Zug Richtung Winterquartier offensichtlich von dieser Flachgewässerzone profitieren, die wir schon seit mehreren Jahren betreuen.“ Das zeige einmal mehr, wie wertvoll die Flächen sind.

Angesichts ihrer Bedeutung ist geplant, das Areal im Rahmen des Großprojekts „Lebensader Oberrhein“ naturschutzfachlich weiter aufzuwerten. „Dass die Kraniche sich gerade diesen Schlafplatz ausgesucht haben, ist natürlich eine schöne Bestätigung für diese Entscheidung – vor allem aber für das, was die NABU-Aktiven hier vor Ort leisten“, betont Projektleiterin Dr. Katrin Fritzsch vom NABU-Landesverband Baden-Württemberg. In den kommenden Jahren sollen die Feuchtwiesen weiter entwickelt werden und so noch attraktiver für eine Vielzahl an Wasservögeln werden.
Der Zug der Kraniche gehört zu den besonders beeindruckenden Naturschauspielen, ist für gewöhnlich aber vor allem im nördlichen Deutschland zu beobachten. Baden-Württemberg lag bisher nicht auf der Reiseroute der imposanten Tiere. Das scheint sich zu ändern. Mittlerweile sprechen Vogelexpertinnen und -experten bereits von einer „Südroute“. Denn schon seit einigen Jahren sind vermehrt Kraniche im südlichen Teil der Republik unterwegs. Traditionell sammeln sich die Tiere auf ihrem Weg von Skandinavien, aus dem Baltikum und Russland im Herbst an den großen Rastplätzen im Nordosten Deutschlands. Dort tanken sie Energie für die Weiterreise in ihre Winterquartiere. Bislang ziehen sie dann vorwiegend auf zwei Routen im Norden beziehungsweise Nordwesten über Deutschland hinweg in Richtung Frankreich, Spanien und nach Nordafrika.

Hintergrund: Biodiversitäts-Hotspot Oberrhein
Hotspots der Biodiversität im Bundesprogramm Biologische Vielfalt sind Regionen mit einer besonders hohen Dichte und Vielfalt charakteristischer Arten, Populationen und Lebensräume. Bund und Länder haben in Deutschland 30 dieser Hotspots identifiziert. Das „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ fördert Naturschutzprojekte in diesen Hotspots. Das Projektgebiet umfasst den kompletten „Biodiversitäts-Hotspot Nördliche Oberrheinebene mit Hardtplatten“ zwischen Bingen und Iffezheim.
Weitere Informationen: www.biologischevielfalt.de/hotspots.html

 

Hintergrund: Projektstruktur „Lebensader Oberrhein – von nass bis trocken“

Da mit Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zwei Bundesländer Anteil am Projektgebiet haben, haben sich die zuständigen NABU-Landesverbände RLP und BW zusammengeschlossen. Das Projektvolumen beträgt insgesamt rund fünf Millionen Euro. Die Kosten werden zu 75 Prozent vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit über das „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ und zu 15 Prozent vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg und den Umweltministerien in Rheinland-Pfalz und Hessen getragen. Zehn Prozent der Kosten übernimmt der NABU selbst.Weitere Informationen: www.lebensader-oberrhein.de