Vogelbeobachtungen im NABU-Feuchtgebiet
Foto: Werner Debatin

Kiebitz

Kiebitze mussten im vergangenen Jahrhundert vor allem durch den Ausbau der Flüsse und die intensivierte Landwirtschaft massive Bestandseinbußen verkraften. Dies hat zur Folge, dass die Art heute als stark gefährdet eingestuft wird. In Baden-Württemberg kommt sie noch in vielen Regionen mehr oder weniger stark vor, wobei die Schwerpunkte dabei in der Oberrheinebene liegen, im Bodenseegebiet, in Oberschwaben sowie im Donautal. Verwechseln lässt sich der etwa taubengroße Kiebitz mit keinem anderen Vogel. Typische Merkmale sind der Federschopf am Kopf, das aus der Ferne oben schwarze und unten weiße Gefieder, die akrobatischen Balzflüge sowie der namens-gebende Ruf kiju-wit.

In der Saalbachniederung lässt sich die Art mittlerweile regelmäßig beobachten, wobei es sich in der Regel um eher kleine Gruppen oder Einzeltiere handelt. Als besonders attraktiv für die Tiere zeigt sich dabei der Bereich der wechselfeuchten Überflutungszone, wo sich ausreichende Deckungsmöglichkeiten ergeben. Zur großen Freude der NABU Gruppe Hambrücken konnte im Jahr 2018 erstmals wieder eine erfolgreiche Kiebitzbrut im Gebiet nachgewiesen werden.

Foto: Helmut Klaus

Flussregenpfeifer

Flussregenpfeifer benötigen zum Brüten flache Kiesbänke und Schotterinseln. Im Frühjahr bauen sich die Vögel ihr Nest in Windeseile. Eine flache Mulde im Kies, allenfalls „ausgepolstert“ mit einigen Kieselsteinchen, reicht für das Gelege. Da die Kiesbank beim nächsten Hochwasser wieder überschwemmt werden kann, muss der Nachwuchs fit sein, sobald er sich aus der Eischale befreit hat: Mit nur fünf Gramm Lebendgewicht sind Flussregenpfeiferküken hierzulande die kleinsten Nestflüchter. Ausgewachsen ist der Flussregenpfeifer etwas größer als ein Sperling und damit der kleinste Vertreter der heimischen Watvögel.

Flußregenpfeifer können regelmäßig in der Saalbachniederung beobachtet werden. Die Vögel nutzen dabei die offenen Schlammflächen im Bereich der Überflutungszone als Nahrungsraum. Zudem bietet die räumliche Nähe zum Karlsdorfer Baggersee mit den dortigen offenen Kiesflächen eine zusätzliche Attraktivität. Obwohl bereits Paarungen beobachtet werden konnten fehlt bisher der Brutnachweis.

Foto: Henrik Sperling

Bekassine

Die Bekassine wird gern „Meckervogel“ genannt. Sie hätte tatsächlich guten Grund sich zu beschweren, denn mit Mooren und Feuchtwiesen schwindet ihr Lebensraum zusehends. In vielen Gegenden ist unsere „Himmelsziege“ bereits ausgestorben. Das Meckern müssen wir übernehmen, wenn wir sie weiter zu unserer heimischen Fauna zählen möchten.

Ein zentrales Merkmal der Bekassine ist der spektakuläre Balzflug der Männchen mit einem lautstarken „Wummern“, das wie Meckern klingt. Der Laut entsteht während des Sturzflugs durch den Wind, wenn der Vogel die beiden äußeren Schwanzfedern abspreizt. Die Männchen steigen auf meist 50 Meter Höhe in scharfem Zickzack steil auf, um dann jäh zur Seite abzukippen. Dieser Kunstflug ist besonders gut von März bis Mai zu beobachten. Der mit sieben Zentimetern überproportional lange und gerade Schnabel ist ihr auffälligstes Kennzeichen. Bekassinen stochern mit ihm tief im weichen Boden, um Kleintiere zu orten und zu ertasten. Neben Würmern, Schnecken und Insekten stehen auch Sämereien und Beeren auf ihrem Speiseplan.

Im NABU Feuchtgebiet ist die Bekassine während des Durchzuges zu beobachten vor allem im August bis in den späteren Herbst hinein können mit etwas Glück größere Gruppen der Vögel in den Randbereichen der Wasserflächen beobachtet werden. Dort suchen sie in den ausgedehnten Schlickflächen nach Nahrung, um sich für den Weiterzug zu stärken.

Foto: Werner Debatin

Zwergtaucher

Der Zwergtaucher ist kleiner als eine Taube und ein eher heimlicher Bewohner auf Stillgewässern und langsam fließenden Bächen und Flüssen. Er besitzt eine überwiegend dunkelbraune Gefiederfärbung und ist dadurch bestens getarnt. Lediglich im Frühjahr und Sommer besitzt er einen rostroten Kehlfleck und einen hellen, gelblichgrünen Fleck am Schnabelwinkel. Er gehört zur Familie der Lappentaucher, besitzt also keine Schwimmhäute zwischen den Zehen wie die Enten, sondern lappenartige Fortsätze entlang der Zehen.

Auf dem offenen Wasser ist er meist nur kurz zu sehen, ehe er zu manchmal lang anhaltenden Tauchgängen unter der Wasseroberfläche verschwindet. Das Nest wird als Schwimmnest aus Blättern und Grashalmen auf einem frei schwimmenden Untergrund, oft auf überhängenden und ins Wasser eintauchenden Ästen mit Vorliebe von Weiden gebaut.

Im Feuchtgebiet des NABU in der Saalbachniederung sind Zwergtaucher bereits seit mehreren Jahren heimisch. Man sieht sie regelmäßig auf den Wasserflächen im Bereich der Schilfgürtel schwimmen und tauchen. Erfreulicherweise konnten auch bereits mehrfach Jungtiere im Gebiet gesichtet werden.

Foto: Werner Debatin

Wasserralle

Die Wasserralle ist ein scheuer Bewohner feuchter Gebiete mit viel Schilf und einer sehr dicht bewachsenen Umgebung. Wichtiger Aspekt dabei ist, dass die Vögel zwischen der Vegetation laufen können und offene Wasserflächen vorhanden sind. Sie lebt entsprechend auch an Kleingewässern oder in schmalen Schilfstreifen, sofern ausreichend Deckung vorhanden ist. Sie verrät ihre Anwesendheit vor allem durch ihre Rufe, die stark an das Quieken eines Ferkels erinnern.

Wasserrallen sind Einzelgänger und ernähren sich überwiegend von kleinen Fischen, Krebstieren, Weichtieren, Insekten und deren Larven. Die Art zählt zu den gefährdeten Vogelarten. Sie leidet insbesondere unter den gravierenden Zerstörungen ihres Lebensraumes durch Entwässerungen, Deichbau und die Verbauung natürlicher Ufer.

In der Saalbachniederung lassen sich Wasserrallen regelmäßig beobachten. Die Art ist Brutvogel im Gebiet und sucht vor allem in den Schilffbeständen des „alten“ NABU Feuchtgebietes nach Nahrung. Mit etwas Glück sieht man die Tiere entlang ihrer Pfade auf Nahrungssuche, i.d.R. im direkten Übergangsbereich zu den offenen Wasserflächen.

Foto: Werner Debatin

Drosselrohrsänger

Der Drosselrohrsänger ist der größte mitteleuropäische Rohrsänger, er erreicht etwa die Größe eines Stars.  Gut erkennbar ist er an seinem Gesang, der im Vergleich zu den anderen Rohrsängern auffällig laut ist.

Die Art brütet in wasserständigen Röhrichten (meist Schilf) von Stand- und Fließgewässern. Stärker als alle anderen Rohrsänger ist er an das Wasser gebunden. Die Art baut ihr Nest zwischen Röhrichthalmen. Als Nahrung dient ein breites Spektrum von Insekten und Spinnen, aber auch kleine Wirbeltiere und Schnecken.
Drosselrohrsänger sind Langstreckenzieher mit Winterquartieren in Afrika bis in den Norden Südafrikas.

Bis in die 1960er Jahre hinein war der Drosselrohrsänger in Baden-Württemberg weit verbreitet und brütete in vielen Landesteilen. Inzwischen hat sich die Situation dramatisch verschlechtert: Heute
brüten nur noch weniger als 100 Paare im Land und diese fast ausschließlich in flächenhaften Schilfbeständen.
Zu unserer großen Freude brüten seit dem Jahr 2015 Drosselrohrsänger im NABU Feuchtgebiet in der Saalbachniederung in steigender Anzahl. Die Art scheint die Schilfflächen im Feuchtgebiet als neuen Lebensraum gewonnen zu haben.

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