Steinkauzprojekt des NABU Hambrücken


Für den Steinkauz (Athene noctua), einer unserer kleinsten Eulenvögel, beteiligt sich der NABU Hambrücken seit Anfang 2020 auch als Mitglied der „IG Steinkauz Mittlerer Oberrhein“ bei Maßnahmen zu deren Erhaltung und Wiederansiedlung sowie Erhaltung und Verbesserung deren Lebensraums (strukturreiches Landschaftsmosaik), der auch für viele andere Arten wichtig ist. Hierbei hat die IG auch Unterstützer und Sponsoren wie z.B. „Erdgas Südwest GmbH“ und die „Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis KA e.V.“ gewonnen. Diese Sponsoren haben uns unter anderem schon etliche Steinkauz-Nistkästen gespendet, bei Aktionen mitgeholfen und weitere Sachspenden zukommen lassen.

Der NABU Hambrücken hat inzwischen auch ein Zuchtpaar. Um die Entwicklung und der Erhalt des Lebensraums für diesen Vogel (und andere Arten) gefördert werden, hat der NABU Hambrücken auch etliche Streuobstgrundstücken in Pflege.


Auswilderung eines Steinkauz-Paares in einem Nistkasten-Vorhang-Käfig          Foto: Werner Debatin

Am 20.08.2021 konnten wir auf Gemarkung Hambrücken auch eine Steinkauz-Auswilderung durchführen.

Trotz der in diesem Jahr ungünstigen Nachzucht-Bedingungen (Zeitraum um den April war zu kalt) konnten wir 7 Steinkauz-Jungen auswildern. Diese wurden in diesem Jahr am Freitag, den 20.08.2021, in Hambrücken im Bereich des Pferdekoppelgebietes freigelassen. Ein Paar (gemischte DNA) wurde in einen Nistkasten-Vorhang-Auswilderungskäfig gesetzt, damit es sich langsam an die Umgebung gewöhnen kann. Dies wird nach ca. 1 Woche in die Freiheit entlassen werden. Die anderen 5 Steinkauz-Jungen wurden „aus der Hand“ in die Freiheit entlassen. Die Steinkäuze waren durch Prozedur der Freilassung möglicherweise kurze Zeit etwas verwirrt, freuten sich dafür aber umso mehr über die Freiheit.

Bei dieser Aktion waren knapp 30 amtliche und ehrenamtliche Naturfreunde von Vereinen, als Privatpersonen sowie aus der kommunalen und Landesverwaltung zugegen. Besonders freuten wir uns über die Schirmherrin der IG Frau Gisela Splett (Staatssekretärin im Finanzministerium), Herr Hans-Martin Flinspach (Vorsitzender der Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis KA e.V., die auch IG-Mitglied und Sponsor ist sowie als Vertretung von Landrat Schnaudigel), Herr Georg Kern (als Vertreter von Landrat Seefeldt, Südliche Weinstraße), Herr Martin Klatt (NABU Landesgeschäftsstelle / Leiter der NABU-Bezirksgeschäftsstelle Mittlerer Oberrhein) sowie die Fa. Erdgas Südwest GmbH als Sponsor / Unterstützer vertreten durch Frau Sandra Klingler (Nachhaltigkeitsmanagerin) und Herrn Ralf Biehl (Geschäftsführer).

Wir hoffen, dass eventuell ein ausgewildertes Paar in unserer Gegend bleibt und die Überlebensrate der Ausgewilderten hoch bleibt. Schließlich gibt es in Baden-Württemberg nur noch ca. 550 bis 650 Steinkauz-Brutpaare und in ganz Deutschland nur noch ca. 6000.

Auswilderung eines Steinkauz-Paares in einem Nistkasten-Vorhang-Käfig Foto: Manfred Debatin
Freilassen der anderen 5 Steinkauz-Jungen „aus der Hand“ Foto: Peter Breuer

Es ist wohl unbestritten, dass durch solche Aktionen wichtige, wenn auch kleine Schritte erfolgen, um bestimmte Arten und ihren Lebensraum zu erhalten und zu fördern. Unbestritten ist auch, dass es noch weiteres Engagement bedarf, z.B. durch Nachzucht sowie Pflege und Weiterentwicklung von artenreichem Lebensraum.