Archiv für den Tag: 12. April 2015


Rückblick 2014

Auch das Jahr 2014 konnte von Seiten des NABU Hambrücken wiederum als sehr erfolgreich eingestuft werden. Entsprechend unserer langfristigen Naturschutzstratgie der Flächensicherung durch Erwerb konnten in diesem Jahr insgesamt 5,3 ha Fläche in der Saalbachniederung in das Eigentum des NABU überführt werden und stehen somit für zukünftige Entwicklungen im Sinne des Naturschutzes zur Verfügung. Wir bedanken uns in diesem Zusammenhang ganz ausdrücklich, bei allen Spendern (ob Privatperson, Unternehmen oder NABU-Gruppe), die uns in diesem Engangement unterstützen, bzw. es überhaupt ermöglichen. Gefreut hat uns dabei auch, dass wir 2014 einen der ersten Preise im EDEKA- Wettbewerb „Unsere Heimat & Natur“ gewinnen konnten und damit weitere 5.000 € als Unterstützung für unser Naturschutzprojekt Saalbachniederung erhielten.

Die Ergebnisse unserer Arbeit ließen sich zum einen an unserem Storchenprojekt beobachten, bei dem in der Saalbachniederung wieder 3 Jungstörche groß gezogen werden konnten und zum anderen an der zunehmenden Zahl an Arten, die mittlerweile im Zug oder dauerhaft den Bereich der NABU-Flächen am Saalbach aufsuchen. Erwähnenswert hierbei sind sicherlich die wiederholte Sichtung von Schwarzstorch, Kranich, Löffler oder dem Großen Brachvogel in der Saalbachniederung. Im Spätsommer konnten nahezu 100 Störche auf den Wiesen beobachtet werden.

Im Rahmen unseres Engagements konnten wir zu Beginn des Jahres ein Freizeitgrundstück renaturieren, dabei mehrere Tonnen Müll entsorgen, und die Fläche wieder in einen Wiesenlebensraum zurück verwandeln.

Eine weitere Aufgabe des NABU Hambrücken liegt in der Betreuung der Amphibienwanderstrecke zwischen Forst und Hambrücken. Hier konnten 2014 durch den Einsatz zahlreicher Helfer ca. 1.000 Tiere (v.a. Erdkröten) sicher zu ihren Laichplätzen gebracht werden.

Ganz besonder gefreut hat den Verein, dass Anfang 2014 die NAJU-Gruppe „Waldohreulen“ wieder reaktiviert werden konnte. Hiermit haben wir die Möglichkeit bereits den Jüngsten Erlebnis und Begeisterung rund um die Natur spielersich zu vermitteln. Einmal im Monat findet hierzu eine thematische Gruppenstunde in Wald und Wiese statt.

Gesellige Ereignisse, wie unser mittlerweile traditionelles Familienfest im Herbst oder ein Wanderausflug in die Pfalz rundeten das Vereinsleben im Jahr 2014 ab.


Teichmolche an Amphibienwanderstrecke zwischen Forst und Hambrücken

Foto: Dieter Debatin

Foto: Dieter Debatin

In den letzten Wochen konnten immer wieder neben der überwiegenden Zahl der Erdkröten mehrere Teichmolche an der vom NABU Hambrücken betreuten Amphibienwanderstercke zwischen Forst und Hambrücken festgestellt werden. Grund genug für uns die Art hier in diesem Rahmen einmal etwas genauer vorzustellen:

Der Teichmolch (Lissotriton vulgaris) kommt in ganz West- und Mitteleuropa, einschließlich den Britischen Inseln vor. Er bewohnt vorzugsweise substratreiche und stark mit Wasserpflanzen bewachsene Kleingewässer wie Tümpel, Weiher, Auen, Kolke, krautige Gartenteiche und naturnahe Teiche in Parkanlagen. Es sind mitunter Gewässer, die sich im Sommer auch stark erwärmen können. Dieser sehr anpassungsfähige Schwanzlurch gehört in Mitteleuropa zu den häufigsten Lurchen und ist Europas häufigste Molchart. Im nördlichen und mittleren Verbreitungsgebiet bevorzugt er das Flach- und Hügelland. Im Süden hingegen besiedelt der Teichmolch auch Gewässer im Gebirge bis in Höhenlagen von 1800 m.

Foto: Werner Debatin

Foto: Werner Debatin

Die Art ist bei reichhaltigem Wasserangebot eine aquatisch lebende Amphibienart. Noch nicht geschlechtsreife Teichmolche besiedeln nach vollzogener Metamorphose etwa zwei Jahre lang das Land. So lange dauert in etwa auch die Entwicklung zur Geschlechtsreife. Schon früh im Jahr erwacht der Teichmolch aus seiner Winterruhe, die stets an Land stattfindet. Bei günstigen Temperaturen wird die Winterruhe schon Ende Februar beziehungsweise Anfang März beendet. Als Winterquartiere dienen Höhlungen unter großen Wurzeln oder Steinen, aber auch Tierhöhlen und tief reichende Gehölz- und Felsspalten. Die Laichzeit findet zwischen den Monaten März und Mai statt. Der Teichmolch ist sowohl ein nachtaktiver, als auch ein tagaktiver Lurch. Zu seiner Nahrung gehören Kleinkrebse, Wasserflöhe, kleine Libellenlarven, aber auch an Froschlaich bedient er sich gerne. Sehr gut sind Molche in ihren Gewässern zu beobachten, wenn man sich ruhig am Gewässerrand verhält und das Wasser eine Zeit lang beobachtet. Molche suchen immer wieder mit schlängelnden Ruderbewegungen die Wasseroberfläche, um dort nach Luft zu schnappen.