Monatliche Archive: Juli 2024


Wolfsrudel zu Gast bei der DFO-Greifvogelauffangstation Karlsdorf-Neuthard

Am Samstag, den 20.07.2024 begrüßte uns Sandra Michelberger in der DFO – Greifvogelauffangstation in Karlsdorf-Neuthard. Die Station dient der Aufnahme verletzter und erkrankter Greifvögel und Eulen mit dem Ziel der Rehabilitation und anschließender Auswilderung. Hierzu stehen mehrere Volieren für die unterschiedlichen Ansprüche, eine Quarantänestation sowie eine große Auswilderungsvoliere zur Verfügung. Gefundene Greifvögel bekommen hier die notwendige medizinische Versorgung. Es können nur Greifvögel, die eigenständig fliegen und jagen können, wieder ausgewildert werden. Viele Jungvögel, wie z.B. Turmfalken, können zügig nach eigenständigem Erlernen des Fliegens und des Jagens ihrer Beute in der großen Auswilderungsvoliere in die Natur entlassen werden. Andere, wie Habicht oder Wanderfalke, jagen präziser und benötigen sehr viel Ausdauer. Hierzu müssen sie falknerisch trainiert werden.

Jungvögel Foto: D. Dang

Die Greifvogelauffangstation Karlsdorf-Neuthard versorgt überwiegend heimische Greifvogelarten wie Turmfalke, Mäusebussard oder Rotmilan sowie Eulen. Jährlich werden mittlerweile bis zu 200 Vögel in der Station versorgt – die Zahlen sind steigend. Die Station ist dem Deutschen Falkenorden (DFO) Baden-Württemberg zugehörig und wird von Falkner:Innen und sachkundigen Personen betreut.

NAJU-Gruppe bei der DFO - Greifvogelauffangstation Foto: D. Dang

Bei unserer Führung durch die verschiedenen Volieren gab es viele interessante Informationen, wie z.B. die Verkleidung der Volieren um das empfindliche Gefieder zu schützen und die Notwendigkeit einer Schleuse oder wie die Greifvögel ihre Beute finden. Geduldig beantwortete Sandra Michelberger alle unsere Fragen und zeigte uns die teils scheuen Bewohner. Nach einer kleinen Stärkung folgte dann ein spannendes Quiz. Als letzten Punkt unseres Besuchs gab es noch eine Überraschung. In kleinen Gruppen durften wir in die Auswilderungsvoliere. Hier gab es drei Mäusebussarde zu bestaunen die ihren typischen Ruf hören ließen und im Flug dicht über unsere Köpfe glitten. Im Anschluss stellten wir uns alle außen auf und konnten miterleben wie Sandra Michelberger das Dach der Voliere öffnete und ihre Schützlinge in die Freiheit entließ. Das war ein wirklich beeindruckender Moment. Zum Abschluss gab es für alle noch ein wunderschön gestaltetes Malbuch über Greifvögel. Ein großes Dankeschön für die tolle Führung und die Geduld bei all unseren Fragen an dieser Stelle an Sandra Michelberger!

Malbücher mit Greifvögeln für die Kinder Foto: D. Dang

Wer die wichtige Arbeit der Station unterstützen möchte kann eine Patenschaft für einen der Bewohner übernehmen oder mit einer Spende viel bewirken! Auch tatkräftige Unterstützung wird gern angenommen.

https://baden-wuerttemberg.d-f-o.de/

Spendenkonto:

Deutscher Falkenorden

Landesverband Baden-Württemberg

IBAN: DE41 6535 1260 0134 0339 12

BIC: SOLDES1BAL

Ihr seid zwischen 6 und 12 Jahre alt und habt Lust bei unserer NAJU Gruppe „Wolfsrudel“ mitzumachen? Meldet euch gern unter 0176-47018020. Auch Unterstützung für das Betreuer Team ist immer willkommen!


Heuschrecken und Wanzen als Vertreter der Insekten

Bei unserem Treffen im Juli ging es um Insekten, vorrangig um Heuschrecken und Wanzen. Wir haben gelernt, dass man Heuschrecken in zwei Gruppen einteilen kann: die Langfühlerschrecken und die Kurzfühlerschrecken. Auf dem Weg in den Wald durften die Kinder 10 Heuschrecken suchen, finden und in die richtige Kategorie einordnen. Hierbei haben wir erkannt, dass bei den Langfühlerschrecken die Fühler gleich lang oder länger als die Körperlänge sind, während sie bei den Kurzfühlerschrecken deutlich kürzer sind.

Einordnung der Heuschrecken Foto: N.L.

Die Männchen finden ihre Weibchen durch die Geräusche, die die Langfühlerschrecken mit ihren Vorderflügeln, die Kurzfühlerschrecken meist mit Flügeln und Hinterbeinen erzeugen. Dieses mechanische Geräusch hat je nach Art ihren eigenen Klang und Rhythmus, der sich durchaus unterscheiden und erkennen lässt. Hier durften die Kinder sich als Heuschreckenpaar zusammenfinden, indem die Männchen mit Feilen, Kämmen und Deckeln von Einmachgläsern am Wegesrand saßen und ihren Rhythmus erklingen ließen. Die Weibchen fanden ihre Partner mit verbundenen Augen, indem sie auf die Geräusche hörten. Hier wurde auch bewusst, dass es die leisen Arten schwerer haben, ihre Weibchen anzulocken.

Nach einem stärkenden Snack haben wir gelernt, wie Wanzen essen. Sie pumpen ein Sekret in ihre Nahrung, das diese dann verflüssigt. Die Kinder durften mit Röhrchen selbst Wanze spielen und so verflüssigtes Obst als Nachtisch genießen.

Um den Wanzen noch näherzukommen, haben die Kinder sich in Gruppen zusammengefunden und per Geruchsmemory weitere zugehörige Wanzen gefunden. Wir haben gelernt, dass die Insekten 50 % unserer Artenvielfalt repräsentieren und deshalb ein immens wichtiger Teil unseres Ökosystems sind.

Zum Abschluss haben wir auf der Wiese mit Becherlupen nach Insekten gesucht, diese so gut es ging bestimmt und natürlich unversehrt wieder ausgesetzt.

Eine Langfühlerschrecke Foto: N.L.

Vielen Dank an Nora und Raphael, die ihr Amt nun an die neue Leitung übergeben haben.

Unser nächstes Treffen findet am 21. September statt. Gemeinsam mit dem NABU werden wir uns wieder am Clean Up Day beteiligen. Bis dahin wünschen wir Allen schöne Ferien!

 


Tier des Jahres 2024 zu Besuch beim Wolfsrudel

Beim letzten Treffen unseres NAJU Wolfrudels am 15.06.24 hatten wir einen berühmten Gast. Thema des Treffens war das Tier des Jahres, der Igel! Simone Hambsch, aktiv in der Igelhilfe tätig, besuchte uns und hatte jede Menge spannende aber auch traurige Infos rund um den nützlichen Gartenbewohner im Gepäck. Sie erzählte uns beispielsweise von tollen Projekten wie den „Hedgehog Highways“ (Igel Autobahnen) der Engländer. Diese eifern um die längste Strecke, die Igel in einer Gemeinde durch extra geschaffene Durchgänge im Zaun zurücklegen können. Da Igel bei ihrer Nahrungssuche bis zu 8 km pro Nacht laufen, ist diese Unterstützung sehr hilfreich und tut niemandem weh. Auch in unseren Gärten können wir unseren nachtaktiven Freunden so helfen.

Foto: C.Dang

Fasziniert lauschten wir dem Vortrag über diese 60 Millionen alte Spezies und erfuhren, warum es den heutigen Igeln so schlecht geht. Durch Klimawandel und dem fehlenden Nahrungsangebot durch deutlichen Rückgang der Insekten sind die kleinen Überlebenskünstler stark gefährdet. Infos zum igelfreundlichen Garten sind ausführlich im Internet oder bei der Igelhilfe zu finden. Neben vielen Bildern gab es auch echte Igelstacheln zum Anfassen. Außerdem gab es viele Tipps wie man mit gefundenen Igeln umgeht, was es zu beachten gibt und wie man die Tiere unterstützen und schützen kann. Auch Pflegestellen, um Igel gesund zu pflegen, werden immer wieder gesucht. Interessierte „Igelpäppler“ dürfen sich gerne melden!

 

Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Simone für ihr Engagement! Wir haben viel gelernt!

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Igel-Stachel Foto: C. Dang

Unser nächstes Treffen findet am 20.07.24 statt. Interessierte Kids von 6-12 Jahren sind herzlich eingeladen. Infos und Anmeldung unter 0176-47018020. Mit besten Grüßen euer NAJU Wolfsrudel Team


Weitere bemerkenswerte Vogelbeobachtung in der Saalbachniederung

In
Litauen beringter Fischadler im NABU-Feuchtgebiet gesichtet

So spannend kann es im Naturschutz sein. Am 04.05.2024 ist es unserem Mitglied Werner Debatin gelungen, in der Saalbachniederung einen Fischadler abzulichten. Bei der Durchsicht der Bilder war auch sehr gut ein Farbring am Fußgelenk mit der Nummer 64F zu erkennen. Um etwas über die Herkunft dieses Fischadlers zu erfahren, meldete der NABU Hambrücken die Ringnummer an den Fischadlerexperten Daniel Schmidt-Rothmund weiter, der dann seinerseits die Vogelwarte Radolfzell beim Max-Planck-Institut informierte. Von dort erhielten wir die Nachricht, dass der Fischadler am 10.07.2022 in Frogn bei Akershus, Norwegen beringt wurde. Werner Debatin konnte am 23.06.2024 in der Saalbachniederung einen weiteren Fischadler ablichten. Dieser trägt einen roten Farbring mit der Nummer EP0. Nachdem unser Verein einen Tag später diese Ringnummer an die Vogelwarte Radolfzell meldete, erhielten wir bereits am nächsten Tag Rückmeldung. Der Fischadler wurde am 02.07.2023 in Lettland beringt.

Beide Sichtungen haben gemeinsam, dass sie außerhalb der üblichen Durchzüge im Monat März stattgefunden haben. Der NABU Hambrücken freut sich über die wertvollen Erkenntnisse in Sachen Fischadler und bedankt sich bei Werner Debatin für die wichtigen Nachweise. Bekanntlich brütete im vergangenen Jahr nach über 100 Jahren erstmals wieder ein Fischadlerpaar in Baden-Württemberg (BW). Diese Paar hat auch in diesem Jahr das Nest in der Nähe von Rastatt bezogen und es konnten vor wenigen Tagen drei junge Fischadler beringt werden.

Es besteht also Hoffnung, dass sich die Vogelart Fischadler in BW weiter ausbreitet.

Der Fischadler aus Litauen über dem NABU-Feuchtgebiet bei der Suche nach einem Fisch. Foto: Werner Debatin