Aktuelles
Beeindruckende Artenvielfalt im NABU Feuchtgebiet

In den vergangenen Jahrzehnten wurden in Deutschland unzählige Feuchtgebiete zerstört, indem man diese trockengelegt oder einfach zugeschüttet hat. Für zahlreiche Vogel-, Amphibien- und Libellenarten hatte dies negative Folgen und führte zu starken Bestandseinbußen. Beim NABU Hambrücken wusste man schon früh um die Bedeutung der Feuchtgebiete. Bereits im Gründungsjahr 1993 wurden in der Saalbachniederung im Zuge des damaligen Weißstorchschutzprogrammes Baden-Württemberg die ersten Flachgewässer angelegt. Im Laufe der darauffolgenden Jahre haben diese Flachgewässer auf Flächen des NABU bedeutende Erweiterungen erfahren, so z.B. über eine Ausgleichsmaßnahme der Stadt Bruchsal sowie über das Projekt „Lebensader Oberrhein“. Dadurch ist es gelungen, in der Saalbachniederung ein Feuchtgebiet mit überregionaler Bedeutung zu etablieren. Besonders deutlich zeigt sich dies beim Durchzug seltener Vogelarten. Vogelbeobachter stellen ihre Beobachtungen bei Ornitho ins Internet ein und was dabei bezüglich Saalbachniederung gemeldet wird, lässt das Herz eines jeden Naturfreundes höherschlagen. Hierzu eine Aufstellung der Sichtungen allein in den drei Tagen vom 30.08. bis 01.09.2019.
| 1 Großer Brachvogel 1 Uferschnepfe 20 Kiebitze 1 Tüpfelsumpfhuhn 1 Sichelstrandläufer 1 Wiedehopf 5 Flussregenpfeifer 28 Bekassinen 3 Flussuferläufer 2 Waldwasserläufer 6 Bruchwasserläufer 3 Kampfläufer 1 Zwergstrandläufer 8 Schnatterenten5 Kormorane | 1 Baumfalke 2 Wasserrallen 1 Teichhuhn 2 Braunkehlchen 30 Krickenten 1 Knäkente 5 Löffelenten 4 Silberreiher 3 Grünschenkel 1 Eisvogel 1 Fischadler 1 Rohrweihe 3 Rotschenkel 1 Dunkler Wasserläufer |
Das Auftreten solcher Raritäten unserer einheimischen Vogelwelt bestätigt das große Potential der Saalbachniederung für den Natur-und Artenschutz sowie das erfolgreiche Engagement unseres Vereins.
Volksbegehren Artenschutz in Baden-Württemberg gestartet

Seit dem 24. September läuft das Volksbegehren Artenschutz – „Rettet die Bienen“ in Baden-Württemberg. Das breite Trägerbündnis aus proBiene, den Landesverbänden von BUND, NABU, Demeter, Naturland, Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft und ÖDP sowie Slow Food Deutschland, Fridays for Future BW, der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall, Bodan, Naturata, Waschbär und GLS-Bank hat nun sechs Monate Zeit, um Unterschriften von zehn Prozent der Wahlberechtigten im Ländle (ca. 770.000 Personen) zu sammeln. Das Volksbegehren beginnt mit der freien Sammlung. Die Unterlagen dazu liegen seit dem 24. September vor. Der NABU Hambrücken wird sich, wie bereits berichtet, an dem Volksbegehren beteiligen und bittet die Bevölkerung von Hambrücken um rege Stimmabgabe. Formulare sind bei unserem Verein vorhanden. Ansprechpartner ist Franz Debatin, Telefon 1531, E. Mail mail@nabu-hambruecken.com. Der NABU Hambrücken wird in den nächsten Wochen auch in Hambrücken an verschiedenen Stellen Infostände betreuen, wo Bürger ihre Stimme abgeben können.
Ab 18. Oktober werden zudem in allen Rathäusern des Landes Eintragungslisten ausliegen.
Wir Bürger übernehmen Verantwortung für unsere LebensgrundlagenNicht nur in Bayern findet ein dramatisches Artensterben statt. Der Rückgang von Bienen, Schmetterlingen, Amphibien, Reptilien, Fischen, Vögeln und Wildkräutern ist auch im Ländle alarmierend. Bayern hat gezeigt, dass Bürgerinnen und Bürger einen Wandel im Umgang mit unserer Lebensgrundlage wollen und dafür Verantwortung übernehmen. Mit diesem beflügelten Willen soll es in Baden-Württemberg weitergehen.Bedrohte Arten.Viele Tier- und Pflanzenarten sind von Ackergiften, Nahrungsmangel und Biotopverlusten bedroht. So stehen zum Beispiel in Baden-Württemberg der Feldhamster oder das Rebhuhn auf der Liste der gefährdeten Arten. Sehr drastisch ist es bei den 460 Wildbienenarten, von denen über die Hälfte auf der Roten Liste stehen.
Weitere Informationen finden Sie unter Volksbegehren Artenschutz
NABU Hambrücken fördert Blühbrachen für Insekten und Vögel

Im Zusammenhang mit dem dramatischen Insektensterben besteht ein dringender Handlungsbedarf, in der intensiv genutzten Landschaft Blühbrachen anzulegen. Selbstverständlich leistet der NABU Hambrücken auch hierzu seinen Beitrag. In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Karlsruhe, einem Hambrücker Landwirt und unserem Verein wurde im vergangenen Jahr in der Saalbachniederung auf einem Ackerstandort eine solche Blühbrache angelegt. Unser Verein hat zur Förderung dieser guten Sache den Blühsamen nicht nur beschafft, sondern auch die Kosten übernommen. Der Erfolg der Maßnahme hat sich schon nach wenigen Wochen eingestellt. Zahlreiche Wildbienen bevölkern seitdem die Blühbrache und da nach dem Einsähen keine Bearbeitung stattfindet, profitieren gefährdete Vogelarten wie Feldlerche (Vogel des Jahres 2019) und Grauammer ebenso.
Vor kurzem hat ein weiterer Landwirt auf einem Ackerstandort in der Saalbachniederung ebenfalls eine Blühbrache angelegt. Der NABU Hambrücken hat auch in diesem Fall die Kosten für das Saatgut übernommen. Wir freuen uns sehr, dass in der Saalbachniederung jetzt Blühbrachen auf einer Fläche von insgesamt 1,1 Hektar bestehen und diese für die nächsten fünf Jahre auch erhalten bleiben.
Mehr denn je gilt es, nicht nur vom Schutz der Artenvielfalt und der Bienen zu reden, sondern zu handeln. Der NABU Hambrücken jedenfalls tut dies!
Stunde der Gartenvögel

Auch in diesem Jahr nahm die NABU Gruppe Hambrücken wieder an der „Stunde der Gartenvögel“ teil und beobachtete in Mannschaftsstärke die Vogelwelt im heimischen Garten.
Die bundesweite Vogel-Zählaktion „Stunde der Gartenvögel“ findet jedes Jahr am zweiten Maiwochenende statt. Alle Naturfreunde sind dazu aufgerufen, Vögel zu beobachten und zu melden. Sobald die Ergebnisse eingegangen sind, erstellt der NABU eine Auswertung nach Vogelarten, deren Häufigkeit und der Bestandsentwicklung. Ziel der Aktion ist es, ein deutschlandweites und möglichst genaues Bild von der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu erhalten. Dabei geht es nicht um eine vollständige Erfassung aller Vögel, sondern darum, Veränderungen der Vogelbestände festzustellen.Damit die Ergebnisse aussagekräftig sind, werden die gesammelten Daten über mehrere Jahre verglichen. So können neue Erkenntnisse zur Entwicklung einzelner Vogelarten gewonnen werden.
Schwalbenschutzaktion geht in die nächste Runde

Die Schwalbenschutzaktion des NABU Hambrücken geht nun in ihre zweite Phase. Etliche Interessenten, die sich in den letzten Wochen und Monaten bei unserem Verein gemeldet haben, werden, wie im letzten Jahr, vom NABU Hambrücken bei der Förderung der Schwalbenpopulation unterstützt. Die Interessierten kommen dabei auch aus den umliegenden Gemeinende wie z.B. Rheinhausen, Forst, Bruchsal und Büchenau.
Hierbei werden wieder Kunstnester sowie Kotbretter von unserem Verein an Häusern, Schuppen und Ställen angebracht und Nester und Kotbretter gereinigt. Diese Arbeiten werden Ende dieses Monats sowie in den ersten Wochen im März durchgeführt. Am Wochenende nach Fasching findet dabei auch eine Aktion mit einem Hubsteiger statt. Die Kosten für den Hubsteiger werden dabei dieses Jahr freundlicherweise von der Gemeinde Hambrücken übernommen.
Ausstellung „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ in Volksbank Bruchsal-Bretten
Die Wanderausstellung zum Projekt kann vom 26. November bis 7. Dezember in der Filiale Bruchsal der Volksbank Bruchsal-Bretten eG besichtigt werden.

Am 26. November wurde die Wanderausstellung in der Filiale in Bruchsal gemeinsam mit Vertretern des NABU Baden-Württemberg, des NABU Hambrücken sowie Vertretern der Volksbank Bruchsal-Bretten eG feierlich eröffnet.
Die Wanderausstellung des NABU-Naturschutzprojektes „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ informiert über die „Nördliche Oberrheinebene mit Hardtplatten“, eines von bundesweit 30 Gebieten mit einer besonderen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensräumen, wie beispielsweise der Saalbachniederung nordwestlich von Bruchsal. Der Biodiversität-Hotspot „Nördlicher Oberrhein“ zwischen Bühl und Bingen weist auf einer Fläche von mehr als 2.200 Quadratkilometern charakteristische Lebensräume auf, von nassen Flussauen bis zu trockenen Sanddünen. Im rund 500 Hektar großen Gebiet der Saalbachniederung wurden für Wasser- und Watvögel im Rahmen des Projektes Flachwasserbereiche zur Nahrungssuche geschaffen. Das Projekt „Lebensader Oberrhein“ wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert und knüpft in der Saalbachniederung an die erfolgreiche Arbeit des NABU Hambrücken an. Bereits seit 1985 setzt sich der NABU-Gebietsexperte Franz Debatin dafür ein, die Wiesenlandschaft wiederherzustellen, zu erhalten und zu entwickeln: „Wir arbeiten seit Jahrzehnten daran, den Lebensraum in der Saalbachniederung zu schützen. In diesem Jahr haben erstmals Kiebitze gebrütet und wir konnten auch das kleine Sumpfhuhn sowie das Tüpfelsumpfhuhn beobachten.“ Von den Naturschutzmaßnahmen zur Wiedervernässung profitieren auch Feuchtwiesenpflanzen, Insekten und Amphibien ebenso wie Zugvögel.
„Die Sichtung dieser seltenen Vogelarten in den neu geschaffenen Flachwasserbereichen ist ein Beleg, dass unsere Naturschutzmaßnahmen dauerhaft wirken“, betont Katrin Fritzsch, Projektleiterin in Baden-Württemberg, bei der Eröffnungsfeier. „Wir bedanken uns sehr herzlich bei der Volksbank Bruchsal-Bretten, dass wir in diesem Rahmen die Gelegenheit haben, den Bruchsalern unsere Naturschutzmaßnahmen vorzustellen und für den Erhalt der Biodiversität am Oberrhein zu werben.“
„Für die Spendengelder an den NABU Hambrücken möchte ich Danke sagen. Wir nutzen diese Mittel, um die einzigartige Landschaft der Saalbachniederung weiter zu schützen,“ so Franz Debatin im Rahmen der Eröffnungsfeier der Ausstellung. Die Stiftung der Volksbank Bruchsal-Bretten unterstützt den NABU Hambrücken anlässlich des Projektes mit einer Spende in Höhe von 1.000 Euro. Die Ausstellung kann bis zum 07. Dezember in der Filiale Bruchsal der Volksbank Bruchsal-Bretten eG besucht werden.
Informationen zur Stiftung der Volksbank Bruchsal-Bretten finden Sie hier.
