Saalbachniederung


NABU Hambrücken renaturiert ehemalige Freizeitgrundstücke in der Saalbachniederung

Mitglieder der NABU Gruppe Hambrücken im Einsatz für die Natur.

Mitglieder der NABU Gruppe Hambrücken im Einsatz für die Natur.

Kein Zweifel, es ist ein besonders schönes Stück Fleckchen Erde dort draußen in der Saalbachniederung. Durch die extensive Nutzung des großflächigen Wiesengebietes nimmt die Artenvielfalt zu und auch das inzwischen wieder nahezu unbeeinträchtigte Landschaftsbild besitzt im dicht besiedelten Nordbaden ein Alleinstellungsmerkmal. Maßgeblich hierzu beigetragen hat der NABU Hambrücken, der seit seiner Gründungsversammlung im Jahr 1993 keine Kosten und Mühen scheut, um in der Saalbachniederung ein Rückzugsgebiet für gefährdete Wiesenvögel wie z.B. Feldlerche, Grauammer, Wachtel und Schafstelze zu schaffen. Diese Bodenbrüter benötigen offene und ungestörte Lebensräume. Um ihnen zu helfen, hat unser Verein in der Saalbachniederung im Laufe der Jahre zahlreiche Freizeitgrundstücke erworben, um sie anschließend zu renaturieren. Vor wenigen Wochen hat der NABU Hambrücken in Absprache mit dem Landratsamt Karlsruhe damit begonnen, auf zwei weiteren Grundstücken links des Saalbaches all das zu entfernen, was in einem rechtskräftig ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiet, Fauna – Flora – Habitat und Vogelschutzgebiet nichts verloren hat. Nachdem eine von unserem Verein beauftragte Firma zunächst eine Betonplatte und Streifenfundamente beseitigte, wurden von unseren Mitgliedern in mehreren Arbeitseinsätzen allein über drei Tonnen Betonsteine, zusätzlich Stahlpfosten, Zäune, Verschläge und sonstiger Unrat entsorgt. Als nächstes werden die nicht einheimischen Thujagehölze entfernt, anschließend das Grundstück eingeebnet. Im Frühjahr erfolgt dann noch die Einsaat mit einer geeigneten Wiesensamenmischung. Dann wird nichts mehr auf eine jahrzehntelange Beeinträchtigung des Landschaftsbildes hindeuten und der NABU Hambrücken hat eine weitere Chance genutzt, das Naturschutzprojekt Saalbachniederung aufzuwerten.

Wir danken allen Helfern unseres Vereins recht herzlich für ihren Einsatz bei der Renaturierung der beiden Grundstücke.


Seltene Vogelarten in der Saalbachniederung

Großer Brachvogel im NABU-Feuchtgebiet

Großer Brachvogel im NABU-Feuchtgebiet

Schon seit mehreren Jahrzehnten weiß man beim NABU Hambrücken, welch großes Potential die weiträumige und unzersiedelte Saalbachwiesenlandschaft für den Natur – und Artenschutz besitzt. Dementsprechend engagiert sich unser Verein für den Erhalt und die Weiterentwicklung dieses besonders schönen Fleckchen Erde. Doch auch wir staunen immer wieder, was sich dort als Ergebnis unserer Anstrengungen an seltenen Vogelarten einstellt. So hat im NABU Feuchtgebiet am Saalbach auch in diesem Jahr wieder der seltene Drosselrohrsänger erfolgreich gebrütet, ebenso Zwergtaucher, Graugans, Teichrohrsänger, Sumpfrohrsänger, Reiherente, Wasserralle und Teichhuhn.

Eindeutiger Höhepunkt war jedoch die erstmalige Balz von zwei Wachtelkönigen. Jetzt, wo die Brutzeit zu Ende geht, zeigt sich, dass die NABU Flachgewässer auch als Rastplatz überregionale Bedeutung erlangt haben. Derzeit tummeln sich auf den Wasser und Schlammflächen Raritäten wie z.B. Waldwasserläufer, Dunkelwasserläufer, Flussuferläufer, Bruchwasserläufer, Zwergstrandläufer, Sichelstrandläufer, Grünschenkel, Rotschenkel, Bekassinen und Flussregenpfeifer. Am 13. August entdeckte unser Mitglied Werner Debatin 11 Brandgänse und am 14.8. zwei Exemplare vom Großen Brachvogel, der in Deutschland wie so viele Vogelarten erschreckende Bestandseinbrüche zu verzeichnen hat. Ein Ornithologe hat zudem ein Tüpfelsumpfhuhn in der Saalbachniederung gemeldet. Das Auftreten solch seltener Vogelarten in der Saalbachniederung belegt eindrucksvoll nicht nur das erfolgreiche Engagement des NABU Hambrücken, sondern auch, dass jeder Euro, den unser Verein dort investiert sehr gut angelegt ist. Wer dieses einzigartige Naturschutzprojekt unterstützen möchte, hier die Bankverbindungen der NABU Gruppe Hambrücken:

Sparkasse Kraichgau Konto Nr. DE19663500360010357045 BIC: BRUSDE66XXX

VOlksbank Bruchsal – Bretten: Konto Nr. DE71663912000012431600 BIC: GENODE61BTT


Stiftung des Landesnaturschutzverbandes fördert Naturschutzprojekt Saalbachniederung

Spendenübergabe durch Dr. Gerhard Bronner, den Vorsitzenden des LNV Baden-Württemberg, an Franz Debatin von der NABU Gruppe Hambrücken

Spendenübergabe durch Dr. Gerhard Bronner, den Vorsitzenden des LNV Baden-Württemberg, an Franz Debatin von der NABU Gruppe Hambrücken

Anlässlich eines Ortstermins in der Saalbachniederung übergab der Vorsitzende des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg (LNV), Dr. Gerhard Bronner einen Spendenscheck über 3.500 € an Franz Debatin von der NABU-Gruppe Hambrücken. Vor kurzem hatte der Stiftungsrat des LNV einen Antrag des NABU bewilligt und damit das Naturschutzprojekt Saalbachniederung mit diesem Betrag gefördert. Dadurch soll der Ankauf von weiteren Grundstücken zur dauerhaften Sicherung des größten zusammenhängenden Wiesengeländes in Nordbaden ermöglicht werden. Die Scheckübergabe erfolgte im Beisein der Referatsleiterin des Referates 56 Naturschutz- und Landschaftspflege des Regierungspräsidiums Karlsruhe, Dr. Luise Murmann-Kristen. Vom Landratsamt Karlsruhe waren der zuständige Dezernent Prof. Jörg Menzel und der Kreisökologe Hans-Martin Flinspach anwesend. Auch die Oberbürgermeisterin der Stadt Bruchsal, Cornelia Petzold-Schick hatte sich Zeit genommen, um an der Begehung und Scheckübergabe teilzunehmen. Der Verein Wiesenauen Mittlerer Oberrhein wurde vom Vorsitzenden Gerhard Sand vertreten. Vom NABU Kreisverband Karlsruhe waren Hans-Otto Gässler als Vorsitzender und Artur Bossert als stellvertretender Vorsitzender anwesend.

Anlässlich des Termins hatte der NABU eine Begehung des Wiesengeländes organisiert, wobei sich alle Anwesenden von der einmaligen Schönheit und Naturvielfalt des Gebietes überzeugen konnten. So waren unter der Regie der damaligen Bezirksstelle für Natur- und Landschaftspflege Anfang der 90er Jahre die entscheidenden Weichenstellungen für die Zurückgewinnung der Wiesen vorgenommen worden. Franz Debatin, Vorsitzender der NABU-Gruppe Hambrücken und Mitinitiator des Schutzgebiets Saalbachniederung erläuterte Wichtiges und Wissenswertes zum Gebiet, welches auf der Außengemarkung Bruchsal liegt. Die gesamte Fläche ist ca. 525 ha groß, davon sind ca. 300 ha ökologisch besonders wertvolle Wiesen. Debatin ging in seinen Ausführungen auf die Vergangenheit des Gebietes, den Umbruch ab 1960 sowie den damit einhergehender Artenschwund in der Pflanzen- und Tierwelt ein. Ab Anfang der 1990er Jahre wurden auf großen Flächen Äcker in extensiv genutzte Wiesen umgewandelt. Damals gründeten die Gemeinden und Naturschutzverbände der Region den Arbeitskreis Pfinz-Lußhardt-Auen, den heutigen Verein Wiesenauen Mittlerer Oberrhein e.V. mit dem Ziel, die Wiesen wieder als Lebensraum zu verbinden.

Mit finanzieller Hilfe des Landes Baden-Württemberg und der Europäischen Union werden heute mittels Extensivierungsverträgen die 300 ha Wiesenlandschaft schonend bewirtschaftet. Zudem konnte, so führte Debatin weiter aus, der NABU bisher zahlreiche Grundstücke kaufen, was durch vielerlei Unterstützung privater und öffentlicher Spender möglich war. So werde auch eine Weiterentwicklung des Projektes ermöglicht, sagte Debatin. Die Anwesenden zeigten sich beeindruckt von der großartigen Landschaft der Saalbachniederung und der vielfältigen Vogelwelt. „Der NABU hat hier mit seinem Jahrzentelangen Engagement ein einzigartiges Naturparadies geschaffen und erhalten. In solch großflächigen Wiesengebieten finden Raritäten wie Grauammer, Wachtel, Feldlerche und Storch noch Lebensmöglichkeiten“, stellte Bronner fest. Die LNV-Stiftung habe diesen Einsatz auch in der Vergangenheit immer wieder gerne unterstützt und gefördert. Auch Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick würdigte das Engagement der NABU-Gruppe Hambrücken:  „Die Saalbachwiesen sind ein ökologischer Diamant in der dichtbesiedelten Rheinebene. Wie beim Diamanten ist ein große zusammenhängende Einheit wertvoller als viele kleine Splitter“. Franz Debatin bedankte sich: „Ohne Beiträge und Unterstützung von verschiedenen Seiten, von Land, Kommunen und den Landwirten wäre das Projekt Saalbachniederung nicht möglich gewesen. Für die Zukunft kommt es darauf an, den Wert dauerhaft zu sichern“. Hierfür sagten ihm alle Anwesenden ihre Unterstützung zu. So hat allein die Stiftung des LNV bisher rund 17.000 € für die Saalbachniederung bereitgestellt.

Auffälligster Bereich mitten im Gebiet welches als FFH-, Vogelschutz- und Landschaftsschutzgebiet gesichert ist, ist sicherlich eine Dammrückverlegung des Saalbachs auf einer Länge von ca. 1 km, wodurch eine wechselfeuchte Überflutungszone geschaffen wurde. Die Maßnahme selbst war eine von der Stadt Bruchsal finanzierte  Ausgleichsmaßnahme.

 

Info – LNV Stiftung:

Die Stiftung des Landesnaturschutzverbandes hat sich den Natur- und Umweltschutz zum Ziel gesetzt. Sie unterstützt hauptsächlich die Arbeit ehrenamtlicher Naturschützerinnen und Naturschützer in Baden-Württemberg. Seit ihrer Gründung im Jahr 1986 wurden bereits rund 300 Naturschutzprojekte in Baden-Württemberg gefördert.

LNV-Stiftung im Internet


Säbelschnäbler und weitere seltene Arten in der Saalbachniederung

Säbelschnäbler im NABU Feuchtgebiet, im Hintergrund ein Kampfläufer. Foto: W. Debatin

Säbelschnäbler im NABU Feuchtgebiet, im Hintergrund ein Kampfläufer. Foto: W. Debatin

Das erneute Auftreten seltener Vogelarten in der Saalbachniederung bereitet dem NABU Hambrücken auch in diesem Jahr wieder große Freude.

Dies nicht nur, weil es die Arbeit unseres Vereins eindrucksvoll bestätigt. Am 19. Mai informierte ein bekannter Ornithologe aus Forst den NABU Hambrücken darüber, dass er an diesem Tag im NABU Feuchtgebiet am Saalbach 6 Säbelschnäbler bei der Nahrungssuche beobachtet hat. In den darauf folgenden Tagen waren es jeweils 3 Tiere, welche von unseren Mitgliedern gesichtet wurden.
Zwar kommen Säbelschnäbler an den Küsten Europas noch in großer Zahl vor, das Auftreten dieser Vogelart so tief im Binnenland und noch dazu in dieser Anzahl ist schon eine kleine Sensation. Beim Säbelschnäbler fällt seine merkwürdige Schnabelform sehr auf. Dies ist aber keine Laune der Natur, sondern eine vorzügliche Anpassung an die Art des Nahrungserwerbs. Säbelschnäbler waten nämlich durch das seichte Wasser und ziehen dabei ihren leicht geöffneten Schnabel durch den Schlick. Dabei ertasten, packen und verschlucken sie kleine Krebse, Würmer und Insekten.
Neben den Säbelschnäblern waren in den vergangenen Wochen im NABU Feuchtgebiet weitere Raritäten unserer einheimischen Vogelwelt zu sehen, so etwa ein Purpurreiher und ein Seidenreiher. Gleichzeitig wächst beim NABU Hambrücken die Hoffnung, dass es erneut zur Brut eines Drosselrohrsänger – Paares kommt. Das gleiche gilt für mehrere Paare der Grauammer.
Diese wenigen Beispiele zeigen, wie dem besorgniserregenden Rückgang unserer einheimischen Vogelwelt begegnet werden kann, nämlich indem Lebensräume erhalten und wiederhergestellt werden.

Großes Interesse an Führungen in der Saalbachniederung

Schulklasse des Heisenberg- Gymnasiums in der Saalbachniederung

Schulklasse des Heisenberg- Gymnasiums in der Saalbachniederung

Mit dem Erfolg des Naturschutzprojektes Saalbachniederung nehmen beim NABU Hambrücken die Anfragen bezüglich Vorträge und Führungen stetig weiter zu. Nachdem unser Verein auf Einladung der NABU Gruppe Heidelberg dort am 13. April das Naturschutzprojekt Saalbachniederung vorstellte, kamen am 1. Mai zahlreiche NABU Mitglieder aus Heidelberg nach Hambrücken, um die Saalbachwiesen vor Ort zu besichtigen. Dabei zeigte sich die Natur einmal mehr von ihrer schönsten Seite. So war z.B. aus dem NABU Feuchtgebiet der krächzende Gesang des seltenen Drosselrohrsängers zu hören, dessen Bestand in Baden – Württemberg nur noch maximal 90 Brutpaare beträgt. Gleichzeitig konnten weitere Raritäten unserer einheimischen Vogelwelt auf dem Durchzug beobachtet werden. Die schöne Landschaft und die zielstrebigen Anstrengungen der NABU Gruppe Hambrücken hinterließen bei allen Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck. Auf Bitte des Heisenberg – Gymnasiums Bruchsal führte unser Verein am 2. und 6. Mai jeweils eine Schulklasse durch die Saalbachniederung, letztere im Rahmen des UNESCO – Projekttages. Dabei ging es um die Bedeutung des Lebensraumes Wiese. Pünktlich zu diesem Besuch hatte sich ein Purpurreiher am NABU Feuchtgebiet eingefunden, auch Grünschenkel , Knäkente und Bruchwasserläufer waren zu sehen.

Bei der Vogelbeachtung

Bei der Vogelbeachtung

Demnächst wird sich eine Klasse der Tullaschule Karlsruhe in der Saalbachniederung über das dortige Weißstorchprojekt informieren. Am 29.

Mai kommt die NABU Gruppe Karlsruhe zu einem Besuch in die Saalbachniederung. Eine weitere Führung findet am 25. Juni für Martin Klatt statt, der auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Naturfreunde als Biodiversitätsbotschafter ausbildet. Der NABU Hambrücken freut sich über das große Interesse an seinem Naturschutzengagement.


Betriebsausflug der NABU Landesgeschäftsstelle Baden – Württemberg in die Saalbachniederung

Franz Debatin (NABU) und Herr Hambsch (Stadt Bruchsal) erläutern das Naturschutzprojekt Saalbachniederung.

Franz Debatin (NABU) und Herr Hambsch (Stadt Bruchsal) erläutern das Naturschutzprojekt Saalbachniederung.

Der Betriebsausflug der NABU Landesgeschäftsstelle in Stuttgart führte in diesem Jahr in die Saalbachniederung. Eingeladen waren hierzu auch die Mitarbeiter der NABU Bezirksgeschäftsstellen, des NABU Vogelschutzzentrums Mössingen sowie Hans – Otto Gässler und Artur Bossert als Vertreter des NABU Kreisverbandes Karlsruhe. Auch Berthold Hamsch vom Planungsamt der Stadt Bruchsal war der Einladung gefolgt. Nach der Ankunft in Hambrücken wurden die 40 Teilnehmer, darunter auch der NABU Landesvorsitzende André Baumann und Geschäftsführer Uwe Prietzel von Franz Debatin begrüßt. Zu Fuß ging es zum Gebäude des HCC, dort warteten bereits Tobias Schönek und Thomas Krempel mit ihren Traktoren und Anhängern für den Weitertransport in die Saalbachniederung. Auf den ausgelegten Heuballen konnten die Teilnehmer Platz nehmen und die Traktoren fuhren das Gewann Neuwiesen, rechts der Saalbach bei der Hakenschleuse an. Von dort aus erfolgte eine Wanderung durch die Saalbachwiesen bis zum NABU Feuchtgebiet. Unterwegs wurde vom NABU Hambrücken ausführlich die bisherige Entwicklung des Naturschutzprojektes Saalbachniederung geschildert und Berthold Hamsch erläuterte die Chancen des größten zusammenhängenden Wiesengeländes in Nordbaden hinsichtlich einer zukünftigen Weiterentwicklung im Sinne des Naturschutzes.

Als Höhepunkt der Exkursion in der Saalbachniederung hatte sich der NABU Hambrücken etwas besonderes einfallen lassen. Mit Hilfe eines LKW

Der Hubsteiger der Fa. Gredler&Söhne ermöglichte den Blick aus 35 Meter Höhe.

Der Hubsteiger der Fa. Gredler&Söhne ermöglichte den Blick aus 35 Meter Höhe.

Hubsteigers der Firma Gredler& Söhne konnten sich die Teilnehmer 35 Meter hoch fahren lassen, um die Saalbachwiesenlandschaft einmal von oben aus der Perspektive eines Storches bestaunen zu können. Hiervon haben alle anwesenden Personen Gebrauch gemacht und es gab keinen, der von dieser Aussicht nicht begeistert war. Anschließend ging es zur Grillhütte, wo das Mittagessen eingenommen wurde. Dankenswerter Weise hatte sich dort auch Bürgermeister Ackermann eingefunden, um die Mitarbeiter der NABU Landesgeschäftsstelle von Seiten der Gemeinde Hambrücken zu begrüßen. Um 14.30 Uhr erfolgte die Weiterfahrt nach Bruchsal, wo nach einer kurzen Schlossbesichtigung im Cafe am Schloss der diesjährige Ausflug der NABU Landesgeschäftsstelle endete, verbunden mit einem herzlichen Dank an den NABU Hambrücken für einen unvergesslichen Tag.

Der NABU Hambrücken bedankt sich bei Bürgermeister Ackermann recht herzlich für die Begrüßung der Gäste. Herzlichen Dank auch an Tobias Schönek und Thomas Krempel, der im Auftrag von Michael Heneka tätig war. Auch bei der Firma Gredler& Söhne möchten wir uns dafür bedanken, dass sie den LKW Hubsteiger und einen Fahrer für die Veranstaltung  kostenfrei zur Verfügung stellte.  Dieser Dank gilt gleichermaßen unseren Mitgliedern Lore Breuer, Hilde Wirth sowie Martin Wetzel und Hans Josef Wetzel für ihre Mithilfe bei der Grillhütte.

Die Teilnehmer des Betriebsausflugs der NABU Landesgeschäftsstelle.

Die Teilnehmer des Betriebsausflugs der NABU Landesgeschäftsstelle.


Weiterer Erfolg für NABU Hambrücken im Artenschutz: Drosselrohrsänger hat sich in der Saalbachniederung angesiedelt und erfolgreich gebrütet

Drosselrohrsänger; Foto: Helmut Klaus

Drosselrohrsänger –  Foto: Helmut Klaus

Als der NABU Hambrücken am 11. Mai dieses Jahres in seinem Feuchtgebiet am Saalbach den lautstarken Gesang von einem Drosselrohrsänger hörte, ist er zunächst von einem Durchzügler ausgegangen. Zum Erstaunen unseres Vereins war der Gesang des Drosselrohrsängermännchens auch drei Wochen später noch zu hören und mit jedem weiteren Tag wuchs die Hoffnung, dass es zur Ansiedlung kommt. Schwierig wurde es ab der vierten Woche, weil der größte Vertreter unserer einheimischen Rohrsängerarten (Schilfbewohner) dann das Singen weitgehend einstellte. Nur durch das intensive Beobachten seines Revieres ist es dem NABU Hambrücken gelungen, ab und an einen Drosselrohrsänger zu sichten und so seine weitere Anwesenheit festzustellen. Seit dem 6. Juli besteht nun Gewissheit, es ist nicht nur zur Ansiedlung gekommen, sondern das Drosselrohrsängerpaar hat auch erfolgreich gebrütet. Acht Wochen nach der Entdeckung dieser Vogelart in der Saalbachniederung wurden junge Drosselrohrsänger auf Schilfhalmen beobachtet, die von einem der Altvögel gefüttert wurden. Wie hoch dieses Ereignis einzustufen ist zeigt sich daran, dass selbst im bekannten Naturschutzgebiet Wagbachniederung bei Waghäusel seit Jahren kein Drosselrohrsänger mehr gebrütet hat, obwohl sich dort das größte Schilfgebiet in Nordbaden befindet. Der NABU Hambrücken freut sich sehr über diesen beachtlichen Erfolg seiner Anstrengungen für den Natur – und Artenschutz. Das zielstrebige Vorgehen unseres Vereins, Flächen in der Saalbachniederung zu kaufen und darauf wertvolle sowie dauerhaft sichere Lebensräume zu entwickeln, machen solche Erfolge erst möglich.

Der selten gewordene Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus) lebt im dichten Schilf und Ufergebüsch von Seen, Teichen, Mooren und Flüssen. Sein Brutbestand in Baden-Württemberg erstreckt sich derzeit auf ca 50 – 90 Brutpaare. Die Art gilt als stark gefährdet und wird in der Roten Liste Baden-Württembergs in „Kategorie 1 – Vom Aussterben bedroht“ geführt.


Edeka Südwest fördert das Naturschutzprojekt Saalbachniederung

Übergabe des Spendenschecks an den NABU Hambrücken im EDEKA Markt Fitterer in Bruchsal.

Übergabe des Spendenschecks an den NABU Hambrücken im EDEKA Markt Fitterer in Bruchsal.

Unter dem Motto „Unsere Heimat & Natur“ hatte Edeka Südwest gemeinsam mit der Stiftung NatureLife-International einen Wettbewerb für herausragende Naturschutzprojekte ausgeschrieben. Ausgezeichnet und gefördert werden Projekte, die sich mit dem Erhalt, der Schaffung, der Renaturierung und dem Schutz von Biotopen und Lebensräumen für Wildtiere und -pflanzen befassen. Dadurch soll langfristig ein Biotopverbund im Absatzgebiet der Edeka Südwest, das die Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland sowie Teile Hessens und Bayerns umfasst, geschaffen werden, um so die Kulturlandschaft im Südwesten kontinuierlich zu fördern und zu verbessern. Pro verkauftem Kräutertopf der Edeka-eigenen Regionalmarke „Unsere Heimat – echt & gut“ geht ein Teil des Erlöses in den Fördertopf.

Eine Jury bestehend aus Vertretern der Edeka Südwest und NatureLife-International bewertete die eingereichten Bewerbungen und wählte daraus die besten Vorhaben aus. Diese werden mit jeweils bis zu 5.000 Euro finanziell gefördert. Damit soll die Erhaltung der biologischen Vielfalt unterstützt werden, denn mittlerweile ist jede zweite Tier- und Pflanzenart gefährdet. Die Auszeichnung soll jedoch nicht nur die gegenwärtigen Erfolge würdigen, sondern auch das Engagement für Heimat und Natur in Zukunft stärken. Die finanzielle Förderung im Zuge der Edeka-Aktion ist gut angelegtes Geld zur Entwicklung des Biotopverbundes in den vier Bundesländern, wie Senator Claus-Peter Hutter, Präsident der Stiftung NatureLife-International (Ludwigsburg) als fachlicher Begleiter des Wettbewerbs feststellte.

Zu den Preisträgern gehört unter anderem die Ortsgruppe Hambrücken des Naturschutzbund Deutschland (NABU). Dank der freundlichen Unterstützung der Marke FROSCH (Erdal Rex GmbH) erhält sie 5.000 Euro für ihr langjähriges Engagement für das Naturschutzprojekt Saalbachniederung.

Durch den Umbruch von Wiesenflächen zu Ackerland ging in der Vergangenheit der Lebensraum vieler typischer Tier- und Pflanzenarten des offenen Grünlandes und damit auch günstige Rastplätze von über 100 Störchen auf ihrem jährlichen Vogelzug verloren. Dem stemmt sich die NABU-Gruppe Hambrücken seit 1986 erfolgreich dagegen. Durch Anpachten und Vermitteln verbleibender Flächen, Überzeugungsarbeit zur Rückwandlung von Ackerflächen in extensives Grünland und den Aufkauf von Flächen konnten ca. 300 Hektar gesichert werden, die nun das größte zusammenhängende Wiesengelände im nordbadischen Raum darstellen. Sie stehen nun langfristig für Natur- und Artenschutz zur Verfügung.

Bei der Scheckübergabe im E center Fitterer in Bruchsal, der die Patenschaft für das Projekt übernommen hat, freute sich Projektleiter Franz Debatin über die finanzielle Unterstützung und bedankte sich bei Thorsten Raus, Gebietsverkaufsleiter bei Edeka Südwest, für die Förderung der für die Natur wichtigen Arbeit.

„Durch ihre unermüdliche Arbeit hat es die NABU-Ortsgruppe Hambrücken geschafft, das größte zusammenhängende Wiesengebiet Nordbadens wiederherzustellen“, betonte Michaela Meyer, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei Edeka Südwest, anlässlich der Scheckübergabe und ergänzte: „Davon konnten bereits zahlreiche bedrohte Pflanzen- und Tierarten, die sich dort wieder angesiedelt haben, profitieren und es werden sicherlich noch viele weitere folgen.“


Seltene Gäste in der Saalbachniederung – Kraniche rasten auf NABU-Flächen

Kraniche haben in den letzten Wochen die Saalbachniederung für sich entdeckt. Kleine Trupps mit jeweils 35 bis 50 Tieren haben den Schutz der NABU-Flachgewässer sogar genutzt, um dort zu übernachten. Die letzten sind gerade erst wieder weiter gezogen. „Kraniche sieht man zwar mittlerweile häufiger in hiesigen Gefilden“, sagt Franz Debatin vom NABU Hambrücken. „Eine kleine Sensation ist aber, dass die imposanten Vögel hier nicht nur eine Rast eingelegt, sondern gleich die Nacht verbracht haben.“

Beim NABU geht man davon aus, dass die Saalbachniederung für die Kraniche aus zwei Gründen attraktiv ist: Die offene, unzersiedelte Wiesenlandschaft gewährt ihnen einen guten Überblick. Fressfeinde, aber auch Spaziergänger oder Reiter, durch die die sehr scheuen Tiere gestört würden, können schon von weitem ausgemacht werden. Zudem bietet ihnen die wechselfeuchte Überflutungszone am Saalbach einen sehr gut geeigneten Schlafplatz. „Diese Überflutungszone entstand durch eine Ausgleichsmaßnahme der Stadt Bruchsal auf Flächen des NABU“, erzählt Franz Debatin. „Es freut uns natürlich sehr, dass die Vögel auf ihrem Zug Richtung Winterquartier offensichtlich von dieser Flachgewässerzone profitieren, die wir schon seit mehreren Jahren betreuen.“ Das zeige einmal mehr, wie wertvoll die Flächen sind.

Angesichts ihrer Bedeutung ist geplant, das Areal im Rahmen des Großprojekts „Lebensader Oberrhein“ naturschutzfachlich weiter aufzuwerten. „Dass die Kraniche sich gerade diesen Schlafplatz ausgesucht haben, ist natürlich eine schöne Bestätigung für diese Entscheidung – vor allem aber für das, was die NABU-Aktiven hier vor Ort leisten“, betont Projektleiterin Dr. Katrin Fritzsch vom NABU-Landesverband Baden-Württemberg. In den kommenden Jahren sollen die Feuchtwiesen weiter entwickelt werden und so noch attraktiver für eine Vielzahl an Wasservögeln werden.
Der Zug der Kraniche gehört zu den besonders beeindruckenden Naturschauspielen, ist für gewöhnlich aber vor allem im nördlichen Deutschland zu beobachten. Baden-Württemberg lag bisher nicht auf der Reiseroute der imposanten Tiere. Das scheint sich zu ändern. Mittlerweile sprechen Vogelexpertinnen und -experten bereits von einer „Südroute“. Denn schon seit einigen Jahren sind vermehrt Kraniche im südlichen Teil der Republik unterwegs. Traditionell sammeln sich die Tiere auf ihrem Weg von Skandinavien, aus dem Baltikum und Russland im Herbst an den großen Rastplätzen im Nordosten Deutschlands. Dort tanken sie Energie für die Weiterreise in ihre Winterquartiere. Bislang ziehen sie dann vorwiegend auf zwei Routen im Norden beziehungsweise Nordwesten über Deutschland hinweg in Richtung Frankreich, Spanien und nach Nordafrika.

Hintergrund: Biodiversitäts-Hotspot Oberrhein
Hotspots der Biodiversität im Bundesprogramm Biologische Vielfalt sind Regionen mit einer besonders hohen Dichte und Vielfalt charakteristischer Arten, Populationen und Lebensräume. Bund und Länder haben in Deutschland 30 dieser Hotspots identifiziert. Das „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ fördert Naturschutzprojekte in diesen Hotspots. Das Projektgebiet umfasst den kompletten „Biodiversitäts-Hotspot Nördliche Oberrheinebene mit Hardtplatten“ zwischen Bingen und Iffezheim.
Weitere Informationen: www.biologischevielfalt.de/hotspots.html

 

Hintergrund: Projektstruktur „Lebensader Oberrhein – von nass bis trocken“

Da mit Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zwei Bundesländer Anteil am Projektgebiet haben, haben sich die zuständigen NABU-Landesverbände RLP und BW zusammengeschlossen. Das Projektvolumen beträgt insgesamt rund fünf Millionen Euro. Die Kosten werden zu 75 Prozent vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit über das „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ und zu 15 Prozent vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg und den Umweltministerien in Rheinland-Pfalz und Hessen getragen. Zehn Prozent der Kosten übernimmt der NABU selbst.Weitere Informationen: www.lebensader-oberrhein.de

 

 

 

 

 

 


Versammlung der Störche in den Saalbachwiesen

Versammlung der Störche auf den Wiesen der Saalbachniederung

Versammlung der Störche auf den Wiesen der Saalbachniederung (Foto:Lechner)

In der letzten Augustwoche konnte man in der Saalbachniederung ein seltenes Naturschauspiel bestaunen. Mehrere Tage lang hielten sich auf den Saalbachwiesen über einhundert Störche gleichzeitig auf, um Futter zu suchen. Nach ergiebigen Regenfällen standen die NABU Wiesen am Saalbach unter Wasser und einige Tage später haben Landwirte auch noch die Wiesen gemäht. Diese günstigen Nahrungsbedingungen ließen sich die Störche aus nah und fern nicht entgehen. Für den NABU Hamrücken ist es ein große Freude zu sehen, wie positiv sich seine Anstrengungen für das weiträumige und unzersiedelte Wiesengelände in der Saalbachniederung auswirken. Erwartungsgemäß werden die Störche in den nächsten Tagen ihre Reise in den Süden antreten.

Überlutung der Wiesenflächen in der wechselfeuchten Überflutungsfläche auf NABU Grund

Überlutung der Wiesenflächen in der wechselfeuchten Überflutungsfläche auf NABU Grund (Foto: Debatin)